Angelschnurwissen


Monofile Schnüre
Angelschnüre, welche aus einem einzigen Faden bestehen und deren Materialbasis Polyamid oder Fluorocarbon sind. Monofile Schnüre werden gezogen, dazu wird der Kunststoff erhitzt und ergibt nach dem Abkühlen unterschiedliche Schnurstärken, welche dann zu unterschiedlichen Tragkräften führen.

Monofile sind immer noch die am weitesten verbreiteten Angelschnüre, sie sind recht kostengünstig, lassen sich bis zu einer bestimmten Dicke gut knoten und besitzen eine gute Abriebfestigkeit. Es gibt sie in unterschiedlichen transparenten Färbungen für verschiedene Gewässertypen und Angeltechniken.

Beim Angeln ist zu beachten, dass Monofil eine Dehnung bis zu 25% aufweisen kann (entspricht bei einer Entfernung von 100 m – 25 m). Diesen Aspekt sollte man beim Anschlag und in der Phase des Drills in seine Berechnungen einbeziehen.

Durch diverse äußere Einflüsse wie Wärme oder UV-Strahlung, verliert eine monofile Schnur in einer Angelsaison etwa die Hälfte ihrer Tragfähigkeit und sollte deshalb gewechselt werden, um unnötige Fisch- und Materialverluste zu vermeiden.

 

Polyfile Schnüre (Geflochtene)
Angelschnüre, die meist aus mehreren feinen Fasern bestehen, welche durch Verzwirnen, Verdrallen, Verkleben, Verschweißen, Ummanteln oder Verflechten miteinander verbunden werden. Die Materialbasis ist bei allen geflochtenen Schnüren eine Faser mit der Bezeichnung UHMWPE – Ultra High Molecular Weight Polyethylen.

Die wohl bekanntesten Polyfile sind Dyneema-Schnüre, wobei diese eigentlich nur einen Markennamen darstellen.

Eine ideale geflochtene Schnur ist rund, eng geflochten und hat eine gute Oberflächenbehandlung. Maßstab für eine möglichst enge Flechtung sind die Flechtpunktabstände, welche eng beieinander liegen sollten und der Schnur dann auch ihre Rundheit verleihen.

Geflochtene Schnüre sind beim modernen Kunstköderangeln, Meeresangeln und beim Angeln auf große Distanzen einfach nicht mehr wegzudenken. Durch die geringeren Durchmesser, die Festigkeit und die extreme Dehnungsarmut stellen sie für Spinnangler einen hervorragenden Bissanzeiger dar und der Köder, egal ob Kunstköder oder Köderfisch am System, lassen sich im Wasser besser und kontrollierter führen.

Durch unterschiedliche Farbgebung bei den geflochtenen Schnüren ist es möglich, die Schnur als Indikator zur Bissanzeige zu nutzen und sie an unterschiedliche Sichtverhältnisse anzupassen.

 

Fluorocarbon
Der entscheidende Unterschied zu Polyamid ist das ca. 1,6 – fach höhere Gewicht, welches natürlich das Sinkverhalten entscheidend beeinflusst. Unterschiedliche Auffassungen gibt es nach wie vor über die angebliche Unsichtbarkeit unter Wasser und die Knotenempfindlichkeit.


Wer ist die EFTTA?
European Fishing Tackle Trade Association (Europaverband der Angelgerätehersteller). Die EFTTA ist ein Fachverband für die Hersteller und Großhändler von Sportfischereigeräten. EFTTA-Mitglieder können auf der EFTTEX (führende Fachmesse für Fischereigeräte) ausstellen. Die Mitgliedschaft steht Herstellern, Großhändlern und Händlern, sowie der Presse in der Fischereibranche offen.

Die EFTTA wurde 1981 als unabhängiger Verband zur Unterstützung des europäischen Angelgerätegewerbes in London gegründet, der aktiv den Angelsport, Umweltfragen und internationale Geschäftsbeziehungen fördert.

Das Ziel der EFTTA besteht darin , die Interessen des europäischen Angelgerätegewerbes zu fördern und auf dem internationalen Markt leistungsfähiger zu machen. Dafür wurden enge Beziehungen zur American Sportfishing Association (ASA), der American Fly Fishing Trade Association (AFFTA) sowie der Japanese Fishing Tackle Manufacturers Association (JAFTMA) geknüpft. Mit diesen Verbänden wurden auf Gegenseitigkeit basierende Ausstellungsvereinbarungen abgeschlossen, so dass ihre Mitglieder die Märkte weltweit erschließen können.

www.eftta.com

 

Die EFTTA Angelschnur Charter
Nachdem jahrelang Beschwerden über nicht korrekt ausgezeichnete Angelschnüre eingingen, hat sich die EFTTA zu einem Projekt entschlossen, in dem allgemeine Grundsätze zur Klassifizierung von Angelschnüren festgelegt wurden.

Unternehmen können dieser Charter folgen und unterziehen sich damit einem Prüfverfahren mit weitreichenden Labortests. Die Ergebnisse dieser Tests werden für jeden zugänglich auf der Webseite der EFTTA veröffentlicht.

Ziel dieser Charter ist es  Markennamen, denen man vertrauen kann in einer weitreichenden Marketingkampagne, zu fördern.

 

Wie werden Schnurtests durchgeführt?
Um die lineare Tragkraft von Schnüren zu testen, werden meist 10 Schnursegmente aus einer Spule gleichen Durchmessers entnommen. Die Länge dieser Segmente unterscheidet sich bei verschiedenen Testverfahren, sollten aber 500 mm nicht unterschreiten. Weiterhin können Tests an neuen und an gebrauchten (gefischten) Schnüren durchgeführt werden. Getestet werden generell trockene Schnüre. Um einen aussagekräftigen Wert der Tragkraft zu erhalten macht es Sinn beim Einspannen der Schnüre mit Knotenlosverbindern zu arbeiten, um die optimale Tragkraft beizubehalten und nicht durch Knoten zu verfälschen. Die zu testende Schnur wird in ein geeichtes Testgerät eingespannt, der Schlitten des Testgerätes fährt mit einer vorher definierten Geschwindigkeit auseinander und misst bei welcher Belastung (in N= Newton) die Schnur reißt. Die Schnur muss an einer freien Stelle reißen, nicht an oder in der Nähe der Einspannstelle. Meist reißt die Schnurprobe in der Mitte. Aus den getesteten Proben werden die besten und schlechtesten Ergebnisse ausgewählt und ein Mittelwert gebildet. Dieser sollte dann im besten Fall auch auf der Verpackung der Schnur wiederzufinden sein.

Es können auch Schnurtests am Durchmesser der Schnur durchgeführt werden, jedoch sind diese meist wenig aussagekräftig, da die Schnurdurchmesser bei verschiedenen Tragkraftangaben erheblich abweichen können. Oft kann man diese Abweichungen schon rein optisch erkennen, so kann es passieren, dass zwei unterschiedliche Schnüre des gleichen Herstellers mit denselben Tragkraftangaben im Durchmesser um bis zu 0,20mm variieren.

Die EFTTA testet Schnüre ohne vorherige Ankündigung nach dem DIN ISO 2062 Standard auf ihre Reißfestigkeit und den Durchmesser. Nach einem erfolgreichen Test erhalten die geprüften Schnüre das EFTTA Qualitätslogo (den EFTTA Fisch), werden damit beschriftet und können auf der Webseite der EFTTA eingesehen werden.

Das Logo wird nur an Schnüre vergeben, deren Reißfestigkeit und Durchmesser auf der Spule korrekt angegeben sind, wobei hier eine Toleranz von +/- 10% zugelassen ist.

 

 

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